Flughafen Berlin Brandenburg
Orientierungssystem Terminal

Der Flug­ha­fen Ber­lin Bran­den­burg ist ei­nes der größ­ten und kom­ple­xes­ten Ver­kehrs­in­fra­struk­tur­pro­jek­te Deutsch­lands. Ge­plant wur­de der Bau von den re­nom­mier­ten Ar­chi­tek­tur­bü­ros gmp Ar­chi­tek­ten und JSK In­ter­na­tio­nal. Mo­ni­teurs wur­de be­reits in der Wett­be­werbs­pha­se für das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign mit ein­be­zo­gen. Nach und nach ent­stand dar­aus der Auf­trag, das Leit­sys­tem für den Flug­ha­fen samt Au­ßen­ge­län­de zu ge­stal­ten. Ein we­sent­li­ches Ge­stal­tungs­merk­mal ist die Far­be Rot. Die­se setzt deut­li­che Si­gna­le für die We­ge­füh­rung und har­mo­niert mit den war­men Tö­nen von Holz, Na­tur­stein. Zu­gleich lehnt sie sich an das Er­schei­nungs­bild der Be­trei­ber­län­der Ber­lin und Bran­den­burg an. An vie­len Stel­len sind die Be­schil­de­run­gen un­mit­tel­bar in die Ar­chi­tek­tur­pa­nee­le ein­ge­las­sen – die­ser Ge­dan­ke der auch um die Ecke ge­hen­den Schil­der spinnt sich im Pro­dukt­de­sign der Weg­wei­ser au­ßer­halb des Ge­bäu­des fort.

Flug­ha­fen Ber­lin Bran­den­burg

Leit- und Ori­en­tie­rungs­sys­tem
In­nen­be­reich
Öffent­li­che und nicht öf­fent­li­che Be­rei­che
Ter­mi­nal, Park­häu­ser

Ber­lin 2012

Auf­trag­ge­ber

Flug­ha­fen Ber­lin Bran­den­burg GmbH
Pla­nungs­ge­sell­schaft BBI, pgbbi
seit 2005

Ar­chi­tek­tur

gmp Ar­chi­tek­ten
von Ger­kan, Marg und Part­ner
und J·S·K Ar­chi­tek­ten
HENN Ar­chi­tek­ten (Park­häu­ser)

Flä­che

280.000 qm Ge­bäu­de

Ka­pa­zi­tät PAX pro Jahr

30 Mil­lio­nen

Ein weiteres Element zur Verzahnung von Leitsystem und Architektur ist die Linierung einzelner grafischer Elemente des Leitsystems. Damit greift Moniteurs die linearen Strukturen der Architektur auf, zu denen die Brandenburgischen Nadelwälder ebenso inspirierten wie die modernen Bauten Berlins, etwa die Neue Nationalgalerie Mies van der Rohes. Die Linierung von Buchstaben und Piktogrammen erzeugt abgestufte Tonwerte, welche Hierarchien auf den Schildern ermöglichen, ohne dabei bunt zu werden. So lassen sich die Informationen gut gliedern und leicht erfassbar machen. Ebenso klar wurde die inhaltliche Struktur herausgearbeitet: Während das Abflugpiktogramm den Passagier bis zur Sicherheitskontrolle begleitet, rücken erst danach die Gates A–D in sein Blickfeld. Den Variationen der Architektursprache in den verschiedenen Gebäudeteilen folgend, variiert auch die grafische Sprache des Leitsystems. Im Bereich des Pier Nord etwa, dessen Wandeinbauten nicht in Holz ausgeführt sind, ist die Passagierinformation großflächig direkt auf die Wände aufgebracht. Diese Vielfalt an Anwendungsmöglichkeiten verdeutlicht einmal mehr die Stärke des klaren, ganzheitlichen Gestaltungskonzepts.

Das Architekturraster wurde auf das Leitsystem übertragen und für die Grafik verfeinert. Auf diese Weise wird das Leitsystem optimal in die Architektur integriert, wie z. B. hier in die Holzpaneelwand.

Die Architekten ließen sich ebenso von den Kiefernwäldern Brandenburgs wie von modernen Berliner Bauten inspirieren. Horizontal gesetzte Linien werden zum gestalterischen Grundelement für Architektur und Leitsystem.

Die Linierung besonders großer Buchstaben verhindert eine Überstrahlung – so haben die hinterleuchteten Schilder den optimalen Kontrast. Digitaldruck auf Folie erwies sich als die beste Herstellungstechnik: Das Rot glimmt so nur leicht und wirkt ruhig. Kleinere Bereiche mit rein weißer Beschriftung hingegen leuchten besonders hell und gewinnen an Sichtbarkeit. So wird neben Schriftgröße und -schnitt vor allem über Tonwerte differenziert, ohne mehrfarbig zu werden.

Die Linien visualisieren das Strömungsverhalten der Luft, das Flugzeugen ihren Auftrieb gibt.

Die in der grafischen Gestaltung des Leitsystems genutzte Linierung setzt sich im Durchlaufschutz auch auf Glasscheiben fort.

Die Digitalanzeigen sind analog zum Leitsystem mit der Corporate-Schrift des Flughafens gestaltet.